English
Menü

Gabriel: Begeisterungsfähigkeit der SPD-Mitglieder lässt sich nur außerhalb der Großen Koalition wecken

Die SPD müsse es wieder schaffen, die Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitglieder zu wecken, dann habe sie bei der Bundestagswahl eine Chance.

Das meint Vizekanzler Sigmar Gabriel in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Natürlich muss man die Begeisterungsfähigkeit der Mitglieder wecken. Jetzt geht es um die Wählerinnen und Wähler. Und da gibt es viele, die sich vorstellen können, SPD zu wählen – aber nicht in einer großen Koalition mit der CDU“, so Gabriel. Man brauche dafür „Klarheit“ „auch zwischen Angela Merkel und mir oder zwischen ihr und Martin Schulz“. Aber es gehe nicht um einen Schönheitswettbewerb der Kandidaten. Die SPD könne gewinnen, wenn sie den Streit um die besseren Ideen für die Zukunft Deutschlands wage. „Es gilt der alte Satz von Willy Brandt: Wer morgen sicher leben will, muss heute für Reformen sorgen.“

Wenn man sich dagegen die Wahlkämpfe der CDU unter ihrer Vorsitzenden Merkel ansehe, „liegt der Verdacht nahe“, dass man an die These glaube, im Schlafwagen an die Macht zu gelangen. In der Großen Koalition habe die SPD viel erreicht. „Aber es gibt eben auch Dinge, die mit der CDU und CSU nicht gehen, die aber wichtig sind.“ Dazu zählt Gabriel eine ordentliche Bürgerversicherung, Investitionen in die Bildung statt Steuergeschenken an Leute, die es nicht nötig hätten. „Und statt über Abrüstung und Rüstungskontrolle das Leben in Europa sicherer zu machen, reden sich manche in der Union regelrecht in eine Aufrüstungsspirale hinein, nur um Herrn Trump in den USA einen Dienst zu erweisen.“ Deshalb sei 2017 Martin Schulz der richtige Kanzlerkandidat. Über seinen eigenen Angriffsmodus könne sich ja „wohl niemand beklagen“, meint Gabriel.  Martin Schulz stehe für Aufbruch, Optimismus und Zukunft. Und hinter Schulz stünden viele Männer und noch mehr gute Frauen. Gabriel rät seiner Partei deshalb die Wiederbelebung eines alten Wahlkampfmottos: „Wir haben die besseren Köpfe.“