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Bund und Länder wollen Masterplan für deutlich praxisnäheres Medizinstudium beschließen

Mit Ärzten, die Fachchinesisch sprechen und nur den Fall statt des Menschen sehen, soll bald Schluss sein: Ärztliche Gesprächsführung und praktische Erfahrung sollen künftig eine deutlich größere Rolle im Medizinstudium spielen als bisher.

Das geht aus dem „Masterplan Medizinstudium 2020“ hervor, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt und der am Freitag, den 30. März 2017, von den Gesundheits- und Bildungsministern von Bund und Ländern offiziell beschlossen werden soll. Das zwölfseitige Papier listet insgesamt 35 Maßnahmen auf. Damit  soll eine Medizinergeneration ausgebildet werden, die „den Herausforderungen einer Gesellschaft des längeren Lebens gerecht wird“, schreiben die Autoren.

Schon bei der Zulassung zum Studium sollen neben der Abiturnote auch soziale und kommunikative Kompetenzen eine Rolle spielen. „Das Hochschulzulassungsrecht wird dahingehend verändert, dass die Hochschulen in ihrem Auswahlverfahren neben der Abiturnote mindestens zwei weitere Auswahlkriterien anwenden“, heißt es in dem Schriftsatz.

Auch gegen den Ärztemangel auf dem Land wollen die Minister angehen: 10 Prozent der Studienplätze sollen an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums für zehn Jahre als Hausarzt im ländlichen Bereich zu arbeiten.

Nicht zuletzt soll das Fach Allgemeinmedizin deutlich mehr Raum in der Medizinerausbildung einnehmen. Es soll Pflichtfach für das Examen  werden, zudem sollen angehende Ärzte zu regelmäßigen Hospitationen in allgemeinärztlichen Praxen verpflichtet werden. „Die Allgemeinmedizin muss in der Ausbildung den Stellenwert erhalten, der ihr in der Versorgung zukommt“, heißt es in dem Papier.