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Michael Harms verteidigt Schröder-Engagement bei Rosneft

Die bevorstehende Wahl von Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat des russischen Konzerns Rosneft hat dem Altkanzler viel Kritik von Politikern eingetragen – in der deutschen Wirtschaft gibt es hingegen durchaus Befürworter.

„Gerhard Schröder ist bereits vor zwölf Jahren als Bundeskanzler ausgeschieden, da lässt sich schwer von politischen Interessenkonflikten sprechen“, sagte Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dass er immer noch Einfluss in Russland hat und für solche Ämter in Frage kommt, sollten wir ausgesprochen positiv sehen“, fügte Harms hinzu. „Den deutsch-russischen Beziehungen kann dies nur förderlich sein. Gerhard Schröder wird als Mitglied des Aufsichtsrats zwar nicht für das Tagesgeschäft zuständig sein, hat aber sicherlich Einfluss auf strategische Investitionsentscheidungen, kann in Russland die deutsche und europäische Perspektive erklären und als Vermittler zwischen der deutschen und der russischen Wirtschaft fungieren.“

Rosneft spiele auch in Deutschland eine wichtige Rolle, sagte Harms weiter. „Millionen deutscher Autofahrer tanken täglich Benzin aus Rosneft-Raffinerien, denn das Unternehmen steht für rund ein Viertel der deutschen Rohölimporte. In drei Raffinerien in Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg sichert das Unternehmen über 3000 Arbeitsplätze und sorgt für eine zuverlässige Versorgung des deutschen Marktes mit russischem Erdöl“, so der Wirtschaftsvertreter. „Stellen Sie sich doch selbst einmal die Frage: Fänden Sie es gut, dass der Verwaltungsrat dieses Unternehmens von einem Deutschen geleitet wird, oder ist Ihnen ein Russe, ein US-Amerikaner, ein Franzose oder ein Chinese lieber?“