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Ter Stegen beklagt fehlende Wertschätzung in Deutschland

Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen hat vor dem WM-Qualifikationsspiel in Prag gegen Tschechien die fehlende Wertschätzung in Deutschland bemängelt.

"Es ist in der Tat schade, dass es teilweise so war, dass die ganze Zeit nichts berichtet wurde, wenn alles gut lief. Wenn dann mal irgendwas passiert ist, wurde sofort groß darüber berichtet. Ich habe mich damit abgefunden. Für mich ist es am wichtigsten, wie ich in dem Land gesehen werde, indem ich Fußball spiele. Ich weiß selbst, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Dazu brauche ich keine deutschen Medien, die teilweise bei jedem Fehler versucht haben, mich in die Pfanne zu hauen", sagte der 25-jährige Torhüter in einem Interview mit dem Portal Sportbuzzer.
Auch die deutschen Fans nahm die Nr.1 des FC Barcelona nicht von seiner Kritik aus: "Es verwundert mich, dass man in Deutschland oft nur die negativen Dinge sehen will – nicht nur bei mir. Wenn man als Nationalspieler beleidigt wird, als Beispiel beim Länderspiel in Dortmund, ist das traurig. Wenn man das Trikot der Nationalmannschaft trägt, sollte es eigentlich egal sein, wo man herkommt oder wer man ist. Dann sollte man maximale Unterstützung erfahren. Ich glaube und hoffe aber, dass sich das spätestens seit dem Confed Cup geändert hat."
Außerdem äusserte sich Ter Stegen zu seinem neuen Mitspieler Ousmane Dembélé, der aus Dortmund zu den Katalanen gewechselt ist: "Ich freue mich auf ihn, auf frischen Wind. Ich habe ihn noch nicht oft gesehen, habe aber gehört, dass er enorm schnell ist, beidfüßig – das wird uns gut tun. Dass Neymar für keine Mannschaft der Welt 1:1 zu ersetzen ist, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Wir müssen seinen Verlust versuchen, anders aufzufangen, im Kollektiv. Und wir werden sicherlich auch etwas anders spielen. Dembélé ist anders als Neymar, was aber nicht bedeutet, dass er besser oder schlechter ist."
Trotz des Terroranschlags in Barcelona, bei dem kürzlich 16 Menschen getötet und 120 verletzt wurden, fühlt sich Ter Stegen wohl in der Stadt: "Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich zwei Tage nach den Anschlägen auf der Ramblas war und dabei – zum Glück – kein schlechtes Gefühl hatte. Ich bin nicht der Typ, der sich zu Hause einschließt. In einer Stadt wie Barcelona will man das Leben auch genießen und das werde ich auch in Zukunft tun."