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AfD im Bundestag: Türkische Gemeinde befürchtet zunehmend feindliche Stimmung

Die Türkische Gemeinde in Deutschland blickt mit großer Sorge auf den Einzug der AfD in den Bundestag.

"Angst macht sich breit in der Türkischen Gemeinde. Viele fragen sich, ob sie Deutschland in Zukunft werden verlassen müssen", sagte ihr Vorsitzender Gökay Sofuoglu dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Viele Deutschtürken befürchten, dass jetzt die Stimmung gegenüber Migranten im Allgemeinen und Türken im Besonderen noch feindlicher wird als ohnehin schon", betonte Sofuoglu.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde warf den etablierten Parteien vor, dem Druck der Rechtspopulisten nachzugeben. "Bei Union, SPD, FDP - selbst bei Grünen und Linken bröckelt die klare Haltung gegen Rechts." So werde aus einer migrantenfeindlichen Stimmung allmählich Politik, kritisierte Sofuoglu. Allerdings sei auch aufseiten der Migrantenorganisationen ein "Versagen"  zu beklagen. "Uns beispielsweise ist es nicht gelungen, der vom türkischen Präsidenten Erdogan betriebenen Polarisierung der Deutschtürken ausreichend entgegenzuwirken", sagte Sofuoglu. Das Misstrauen, dass Erdogan und seine AKP gegenüber den deutschen etablierten Parteien gesät hätten, sei aufgegangen. "Es haben auch Deutschtürken, um die etablierten Parteien zu bestrafen, die AfD gewählt", sagte Sofuoglu im Gespräch mit dem RND.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde appellierte an die Migranten in Deutschland, sich gerade wegen des erstarkenden Rechtspopulismus stärker einzubringen. "Dieses Land gehört uns allen", sagte Sofuoglu.