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Arbeitgeberpräsident Kramer hat keine Angst vor Trump: „Er wird der deutschen Wirtschaft weniger schaden, als viele vermuten“

Anlässlich der Washington-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer für mehr Gelassenheit im Umgang mit den USA.

„Ich komme gerade aus den USA und mein Gefühl sagt mir: Präsident Trump wird der deutschen Wirtschaft weit weniger schaden, als viele vermuten“, sagte Kramer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Würde Präsident Trump alle Ankündigungen in Regierungshandeln umsetzen können, dann müssten wir tatsächlich in Sorge sein. Ich glaube aber nicht daran“, fügte der Unternehmer aus Bremerhaven hinzu.

„Der Unternehmergeist und der Freihandelsgedanke in den USA sind so stark, dass protektionistische Maßnahmen am Ende keine Mehrheit finden werden“, sagte Kramer weiter. „Präsident Trump wird verstehen, dass Handelsbeziehungen keine Einbahnstraße sind und dass Handelsbarrieren seinem Land mehr schaden als nutzen.“

Kramer warnte vor verfrühten Urteilen über Präsident Trump: „Der Präsident ist noch keine 100 Tage im Amt, bislang sind nicht mal alle Minister bestellt. Geben wir ihm ein bisschen Zeit.“

Die Äußerungen im Wortlaut:

Herr Kramer, die Bundeskanzlerin macht heute ihren Antrittsbesuch bei Donald Trump. Wie gefährlich ist der neue US-Präsident für die deutsche Wirtschaft?

Ich komme gerade aus den USA und mein Gefühl sagt mir: Präsident Trump wird der deutschen Wirtschaft weit weniger schaden, als viele vermuten.

Die Ankündigungen und Tweets bereiten Ihnen keine Sorgen?

Würde Präsident Trump alle Ankündigungen in Regierungshandeln umsetzen können, dann müssten wir tatsächlich in Sorge sein. Ich glaube aber nicht daran.

Was macht Sie so optimistisch?

Der Unternehmergeist und der Freihandelsgedanke in den USA sind so stark, dass protektionistische Maßnahmen am Ende keine Mehrheit finden werden. Auch die amerikanische Wirtschaft ist extrem exportorientiert. Die meisten Boeing-Flugzeuge fliegen außerhalb der USA. Selbst mein mittelständisches Unternehmen kauft Armaturen und Ventile bei den Amerikanern ein. Präsident Trump wird verstehen, dass Handelsbeziehungen keine Einbahnstraße sind und dass Handelsbarrieren seinem Land mehr schaden als nutzen.

Hätte er das nicht schon längst verstehen können?

Der Präsident ist noch keine 100 Tage im Amt, bislang sind nicht mal alle Minister bestellt. Geben wir ihm ein bisschen Zeit.

Sind Trumps Vorwürfe zum Teil nicht auch berechtigt? Den deutschen Außenhandelsüberschuss kritisieren auch die EU und der IWF.

Die Kritik kenne ich, frage mich aber, was die Konsequenz daraus sein soll. Sollen wir Franzosen und Amerikaner unsere Produkte nicht mehr verkaufen, obwohl sie die doch haben wollen?