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Berliner Politologe Schroeder warnt vor Ausgrenzung der AfD

Der Politologe Klaus Schroeder von der Freien Universität Berlin plädiert für einen nüchternen Umgang mit Anträgen oder Reden der Alternative für Deutschland im Bundestag.

„In der Sache hart, aber nicht pauschal abwertend“, sagte Schroeder den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). „Wenn sie andauernd in die rechte Ecke stellt wird, erhöht sich ihr Zuspruch. Das Ernstnehmen wäre ein Signal an die Wähler, das Wegdrücken würde die AfD zu Märtyrern machen.“

Schroeder rät den anderen Fraktionen dringend, sich auch mit den Themen zu befassen, die in vorangegangenen Legislaturperioden „lieber ignoriert wurden“. Als Beispiele nannte er den Linksextremismus und die von Zugewanderten verübten Straftaten. „Wenn die nun im Parlament diskutiert werden, ist das begrüßenswert. Es kommt doch auf die Antworten an. Die können ja überzeugender sein  als die der AfD.“

Schroeder glaubt nicht, dass sich die AfD als Problem von selbst erledigt. „Die AfD – das sind keine Dumpfbacken. Gauland, Meuthen, Weidel sind Leute, die denken können. Wenn diese Leute weiter den Kurs der AfD bestimmen, wird sie keine Eintagsfliege im Bundestag sein. Wenn die Rechtsaußen wie Höcke Oberwasser in der AfD kriegen, was ich mir nicht vorstellen kann, schmieren sie zumindest im Westen ab. Für den Osten lege ich dagegen nicht meine Hand ins Feuer.“