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Bund spart an der Förderung von Hartz-IV-Beziehern

Der Bund gibt immer weniger Geld für die Förderung von Arbeitssuchenden aus.

In den vergangenen Jahren ist die in Weiterqualifizierungsmaßnahmen investierte Summe stetig zurückgegangen. Das geht aus einer Auswertung der Bundesregierung für die Haushaltsberatungen hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

Wurden im Jahr 2011 noch 4,445 Milliarden Euro in Fördermaßnahmen für erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher investiert, waren es 2015 nur noch 3,234 Milliarden Euro – ein Minus von 27 Prozent. Da in diesem Zeitraum die Zahl der Erwerbstätigen zunahm, ist ein Blick auf die Ausgaben pro Kopf aussagekräftiger - also auf die Summe, die im Durchschnitt je erwerbsfähigem Leistungsbezieher ausgegeben wurde, weil darin die Zahl der Betroffenen berücksichtigt wird. Hier zeigt sich: Die Fördersumme pro Kopf ist von 2011 bis 2015 von 964 Euro auf 741 Euro gesunken. Das ist ein Rückgang 23 Prozent.

„Arbeitsuchende profitieren zu wenig von der guter Arbeitsmarktlage, auch weil sie immer weniger unterstützt werden“, sagt die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer. „Ohne Investitionen in Qualifikationen und andere Unterstützungsmaßnahmen schaffen viele von ihnen nicht den Weg zurück in Arbeit“, beklagt die Bundestagsabgeordnete. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD)  müsse dies ändern.