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Bundesumweltministerium warnt vor Heringssterben in der Ostsee

Das Bundesumweltministerium warnt vor den ökologischen und wirtschaftlichen Folgen der durch den Klimawandel bedingten Erwärmung der Ostsee.

„Es ist zu befürchten, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die physikalische und chemische Umwelt derart schnell verändert, dass sich zukünftig ökologische Funktionen und Wechselwirkungen grundsätzlich verschieben und sich auch derzeit etablierte Arten nicht schnell genug anpassen können“, heißt es in dem Schreiben, über das die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND, Samstag) berichten.

Seit 1990 habe sich die Oberflächentemperatur der Ostsee um 1,5 Grad Celsius erhöht, schreibt das Ministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion und äußert sich besorgt über den Fischbestand in der Ostsee. Besonders gefährdet sei demnach der Hering. „Aufgrund der zentralen Stellung des Herings im Ökosystem der Ostsee sind drastische Veränderungen im gesamten Nahrungsnetz, einschließlich der Auswirkungen auf andere Fischbestände, Meeressäugetiere und Seevögel, zu erwarten“, schreibt das Ministerium. Dies werde die Fischerei in der Ostsee beeinträchtigen: „Es ist wahrscheinlich, dass Fischereibetriebe an der Ostsee stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein werden als solche im Nordseegebiet. Die Fischbestände der Ostsee sind anfälliger gegenüber einer Erhöhung der Wassertemperatur.“ Zudem biete die Ostsee weniger Möglichkeiten, Fangverluste bestimmter Fischbestände durch andere Fischarten zu kompensieren. Das Ministerium warnt vor der Ausbreitung „invasiver gebietsfremder Arten“ wie der Schwarzmundgrundel. Auch sei bei steigenden Wassertemperaturen „mit einem vermehrten Auftreten potenziell toxischer Blaualgenblüten“ zu rechnen.