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Bundesweit 119 Betriebe vom Eier-Skandal betroffen

Die Bundesregierung hat Zahlen zum Ausmaß des Skandals um fipronilbelastete Eier vorgelegt.

Demnach sind vom Export belasteter Eier aus den Niederlanden bundesweit 119 Betriebe betroffen. Dabei handelt es sich um Erzeuger, Verpacker und Zwischenhändler, von denen die meisten in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tätig sind. Dies geht aus der Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Dem Schreiben ist zudem zu entnehmen, dass zwar unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am 28. Juli die Koordinierung zwischen den Bundesländern übernahm. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) suchte aber erst zehn Tage später das Gespräch mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern in einer Telefonkonferenz.

Die Grünen im Bundestag werfen Schmidt Verantwortungslosigkeit vor. „Obwohl mehrere Bundesländer betroffen waren, hat Minister Schmidt es tagelang versäumt, koordinierend einzugreifen“, sagte deren Fraktionschefin und Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt dem RND. „Angesichts eines Skandals diesen Ausmaßes ist es eine Unverschämtheit, wie sich Minister Schmidt aus der Verantwortung stiehlt“, so Göring-Eckardt. Statt klare Handlungsempfehlungen für die Verbraucher zu liefern, habe Schmidt nur „häppchenweise Aufklärung“ und Beschwichtigungen geboten. Die Grünen fordern ein besseres Krisenmanagement und eine Herkunftskennzeichnung von Produkten mit verarbeiteten Eiern. Die Bundesregierung lehnt strengere Kennzeichnungspflichten unter Verweis auf die geltende EU-Gesetzgebung ab.

Der Fipronil-Skandal steht am morgigen Dienstag auch auf der Tagesordnung der EU-Agrarminister, die zurzeit in der estnischen Hauptstadt Tallinn tagen.