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Deutsch-britische Politiker fordern klare Kante bei Verhandlungen mit London

Deutsch-britische Politiker haben sich für einen entschiedenen Kurs bei den Brexit-Verhandlungen ausgesprochen.

Nach der Ankündigung Großbritanniens, nicht nur die EU, sondern auch den gemeinsamen Binnenmarkt verlassen zu wollen, haben sich führende deutsch-britische Politiker für einen entschiedenen  Kurs bei den Brexit-Verhandlungen ausgesprochen.

„Theresa May hat deutlich gemacht, dass sie einen klaren und eindeutigen Austritt Großbritanniens aus der EU anstrebt“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Wenn die Briten einen umfassenden Brexit wollen, dann werden sie ihn auch bekommen“, fügte Barley hinzu. „Die EU muss jetzt klar und geschlossen reagieren“, forderte die Sozialdemokratin. „Dazu gehört auch, dass der einheitliche europäische Binnenmarkt gewahrt bleibt.“

Auch Europaparlamentarier David McAllister plädierte dafür, den harten Kurs gegen London beizubehalten: „Die Europäer haben in den vergangenen Monaten klar gemacht, dass es keine Verhandlungen vor dem offiziellen Austrittsgesuch geben wird, dass die EU als Block der 27 verhandeln wird und es keine Rosinenpickerei bei den vier Grundfreiheiten geben wird“, sagte der CDU-Politiker dem RND. „Das hat uns in eine Position der Stärke gebracht.“

Sowohl McAllister als auch Barley haben einen britischen Vater und eine deutsche Mutter.

„Als halber Britin liegt mir sehr viel an einem engen und vertrauensvollen Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien“, sagte Barley dem RND. Gerade deshalb sei ihr wichtig, dass die britische Premierministerin nicht die Andeutungen ihres Finanzministers zum Thema Steuerwettbewerb wiederholt habe. „Sollte die britische Regierung solche Drohungen wahr machen, durch Steuerdumping mit der EU konkurrieren zu wollen, würde das dem Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU massiv schaden“, so Barley.

McAllister äußerte seine Sorge um den Frieden in Großbritannien: „Die britische Gesellschaft ist auch ein halbes Jahr nach dem Votum noch immer tief gespalten“, sagte der frühere niedersächsische Ministerpräsident. „Das Zusteuern auf einen harten Brexit wird nicht dazu beitragen, das Land zu versöhnen.“