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Ex-AfD-Chefin Petry will mit den „Blauen“ die CSU angreifen

Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry will mit einer neuen „Blauen Partei“ konservative Wähler des rechten Parteispektrums für sich gewinnen.

„Wir werden in den kommenden Monaten das Bürgerforum `Blaue Wende´ vorstellen, in dem man sich mit und ohne Parteibuch unabhängig von der Farbe engagieren kann“, bestätigte Petry im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Freitagausgaben). „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa. Blau ist die Farbe, die zuerst die CSU in Bayern politisch populär gemacht hat. Daran gilt es bundesweit anzuknüpfen.“

Auch an der konservativen CDU der Achtzigerjahre will sich Petry orientieren. „Ich erinnere zum Beispiel an die `geistig-moralische Wende´, die Helmut Kohl schon 1980 wider den 68er Zeitgeist ausgerufen hat, zu der es aber nie gekommen ist“, sagte sie. Auf der Liste der Blauen Partei sollen Mitstreiter der „Blauen Wende“ zu Wahlen antreten.

Die erste Veranstaltung unter diesem Namen wird nach RND-Informationen bereits am Freitag in kleiner Runde in Sachsen stattfinden. „Ab November werden wir öffentliche Veranstaltungen anbieten, erst in Sachsen und dann bundesweit“, sagte Petry. Sie bestätigte auch, dass sie seit der innerparteilichen Niederlage auf dem Kölner Parteitag im April den Austritt aus der AfD vorbereitet habe. „Nach Köln verdichtete sich die Entscheidung, dass es nach der Wahl für mich nicht innerhalb der AfD weitergehen kann.“ Das Gründungsdatum der „Blauen Partei“ ist beim Bundeswahlleiter mit dem 17. September angegeben. „Etwa jeder dritte Deutsche würde sich gern für ein vernünftiges konservatives Politikangebot entscheiden, viele davon haben am 24. September aus Verzweiflung FDP, AfD oder gar nochmal Merkel gewählt“, sagte Petry. „Mit diesen Bürgern wollen wir realistische Lösungen für die Aufgaben der kommenden Jahre diskutieren, sie vernetzen und uns auf kommende Wahlen vorbereiten.“

Petry betonte erneut, ihre Mandate im Bundestag und im sächsischen Landtag behalten zu wollen, die sie als AfD-Kandidatin errungen hatte. Sie wolle die parlamentarische Basis für Veranstaltungen des Bürgerforums nutzen. Sie sagte: „Das Mandat, auch wenn es mit Parteimitteln errungen wurde, ist kein Eigentum der Partei. Ein freies Mandat beinhaltet eine Loyalität dem Wähler gegenüber. Daher werden wir unsere Pauschalen und Mitarbeiter für professionelle Politik im Parlament und im Wahlkreis einsetzen, so wie wir das bereits im Landtag seit 2014 bewiesen haben.“