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Frontex: Grenzkontrollen können nicht die einzige Antwort auf die Migrationskrise sein

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex mahnt die Staaten Europas zu größeren Anstrengungen bei der Bekämpfung von illegaler Einwanderung.

„Grenzkontrollen können nicht die einzige Antwort auf die Migrationskrise sein. Zur Lösung dieser Frage bedarf es eines sehr viel umfangreicheren Ansatzes“, sagte der Frontex-Vizechef Berndt Körner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dieser muss die Stabilisierung der Herkunftsländer der Migranten in den Blick nehmen, Entwicklungshilfe leisten, legale Wege zur Ausreise aufzeigen und die Menschen vor den Gefahren warnen, die Schleusernetzwerke und der Weg über das Mittelmeer bedeuten“, betonte der Österreicher. „Wir müssen früher ansetzen und alles dafür tun, dass die Migranten nicht die Sahara durchqueren – wir wissen nicht einmal, wie viele Menschen dabei sterben“, sagte Körner dem RND.

Nach seinen Angaben nimmt die Zahl der Migranten aus Westafrika deutlich zu, insbesondere aus Nigeria und der Elfenbeinküste. „Aber auch Menschen aus Bangladesch brechen in großer Zahl von Libyen aus nach Italien auf“, sagte Körner. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen rund 112000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen; von ihnen landeten rund 93400 in Italien an. Mehr als 2350 Menschen ertranken seit Januar im Mittelmeer.

Am Dienstag stimmten die EU-Mitgliedstaaten einstimmig einer Fortsetzung der 2015 gestarteten Operation „Sophia“ zu. Das Mandat umfasst neben der Entsendung von Marineschiffen ins zentrale Mittelmeer zur Rettung Schiffbrüchiger auch ein Ausbildungsprogramm für libysche Küstenschützer sowie Kontrollen des gegen Libyen verhängten Waffenembargos.