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Gaswirtschaft will Ökoenergie durch das Gasnetz transportieren

Die deutsche Gaswirtschaft schlägt vor, für den Transport erneuerbarer Energien stärker als bisher auf bereits bestehende Infrastruktur zu setzen - etwa das deutsche Gasnetz.

„Die bestehende Gasinfrastruktur kann Energie aufnehmen und damit einer effizienten und klimafreundlichen Nutzung im Wärme- und Mobilitätssektor zuführen“, heißt es in einem Positionspapier des "Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches" sowie der "Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch", zwei wichtigen Branchen-Akteuren. „Insbesondere das Gasnetz mit seinen 510.000 Kilometern Leitungslänge und angeschlossenen Speichern kann die mittel- bis langfristig zwingend erforderliche Funktion saisonaler Speicherung von CO2-freier Energie übernehmen“, schreiben die Branchenvertreter in dem Papier, das am Dienstag bei einem Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt werden soll, und das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorab vorliegt.

Technisch ist die Umwandlung von Strom in Gas kein Problem. In einem ersten Schritt wird mittels Elektrolyse Wasserstoff hergestellt. Der darf in geringer Menge bereits heute ins Gasnetz eingeleitet werden, könnte aber auch für die Industrie oder den Verkehr genutzt werden. Möglich wäre aber auch, den Wasserstoff in einem zweiten Schritt in Methan umzuwandeln - den Hauptbestandteil handelsüblichen Erdgases. Dieses Methan könnte ohne Einschränkung in das deutsche Gasnetz eingeleitet und an beliebiger Stelle wieder entnommen werden.

Bislang scheitert diese Idee an der allein auf den Stromsektor ausgerichteten Regulierung. Wie ein „imaginäres Stoppschild“ wirke das bestehende Steuer- und Abgabensystem, kritisiert das Branchenpapier. Die „klimapolitisch und volkswirtschaftlich gebotene" Nutzung abgeregelten erneuerbaren Stroms durch Sektorkopplungselemente sei aufgrund der hohen Steuern- und Abgabenlast „nahezu unmöglich“. Die Branche fordert die Bundesregierung auf, Investitionshemmnisse schnellstmöglich zu beseitigen und Kopplungslelemente wie Power-to-Gas-Anlagen nicht als Stromverbraucher zu begreifen. „Da Sektorkopplungslemente Systemdienstleister sind, sollten sie von Abgaben oder Steuern, die im Zusammenhang mit Erzeugung, Transport oder Verbrauch von Energie stehen, weitgehend ausgenommen werden“, heißt es in dem Papier.