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Hans Tilkowski vorm BVB-Rückspiel: „Macht’s wie wir!“

Borussia Dortmunds Torhüterlegende Hans Tilkowski ist überzeugt davon, dass der BVB am Mittwoch gegen Benfica Lissabon trotz des 0:1 im Hinspiel ins Viertelfinale der Champions League einzieht.

„Die letzten Spiele gegen Leverkusen und Freiburg waren von der Einstellung und vom Spiel nach vorne gut. Wenn sie in dieser Verfassung, mit diesem Elan und dieser Begeisterung zur Sache gehen, sage ich einen klaren Sieg voraus“, sagte der 81 Jahre alte frühere Nationaltorwart dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht: „Dortmund ist in dieser Saison nicht gerade dafür berühmt, zu null zu spielen. Sie dürfen nicht gleich wie wild anrennen.“

Tilkowski kann dabei auf sein ganz persönliches Benfica-Erlebnis verweisen. Mit dem BVB schaffte er am 4. Dezember 1963 im Stadion Rote Erde eine Überraschung gegen Lissabon – ebenfalls im Achtelfinale des damaligen Europapokals der Landesmeister. Gegen das Benfica-Starensemble, das in den drei Jahren zuvor zweimal den Cup geholt hatte, siegten die Dortmunder nach einem 1:2 im Hinspiel mit 5:0. Das Dortmunder Jahrhundertspiel. „In diesem Spiel passte einfach alles. Und die Portugiesen? Die wussten gar nicht, wo sie überhaupt waren“, sagte Tilkowski dem RND. Deswegen der Rat an seine BVB-Erben vor dem Duell am Mittwoch: „Macht’s wie wir!“ 

Als Lohn gab es 1963 die doppelte Siegprämie für jeden Spieler. „Wir hätten damals für das Weiterkommen 250 D-Mark als Prämie bekommen. Doch unser Mannschaftsrat hat bis kurz vor Anpfiff gepokert, um einen höheren Betrag auszuhandeln. Am Ende hat sich der Vorstand auf 500 Mark eingelassen – weil sie selbst nicht daran geglaubt haben“, erinnert sich Tilkowski. Auch die chaotischen Szenen nach Schlusspfiff im ausverkauften Dortmunder Stadion haben sich bei ihm eingebrannt:  „Die Leute haben das Spielfeld gestürmt. Ich habe ein Kind gerettet, das auf dem Boden lag. Ich habe es dann an meine Brust gedrückt und mit in die Kabine genommen – damit es überhaupt überlebt.“ 

Schafft es die Borussia auch am Mittwoch, hofft Tilkowski, dass es im Viertelfinale nicht zum Aufeinandertreffen mit Bayern München kommt. „Der Reiz liegt ja darin, gegen andere Mannschaften aus Europa zu spielen. Doch wenn es unbedingt dazu kommen muss, dann bitte erst im Endspiel – so wie 2013 in Wembley“, sagte er dem RND.