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Harms: "EU-Kommission ignoriert alle Zweifel an der Atomkraft"

Rebecca Harms, Grünen-Vorsitzende im EU-Parlament, kritisiert in scharfer Form die Pläne der EU-Kommission für mehr Forschung im Bereich der Atomkraft.

„In der EU-Kommission werden alle Zweifel an der Atomkraft ignoriert und Kosten für den Rückbau der Anlagen und die Entsorgung des Atommülls schöngerechnet“, sagte Harms den Tageszeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. „Die EU-Kommission muss sich einer öffentlichen Debatte über ihre falschen und irrsinnigen Annahmen zur angeblichen Wirtschaftlichkeit der Kernkraft stellen“, forderte Harms. Die Grünen-Politikerin vermutet eine versteckte Form der Subventionierung: „Hinter den von der EU-Kommission ausgewiesenen Forschungsschwerpunkten im Bereich der Atomkraft steckt auch die Absicht, unrentable Atomkonzerne und deren Sonderrolle auf dem Energiemarkt zu stärken.“

Herbert Reul, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, hat hingegen kein Verständnis für die Kritik an der EU-Kommission. „Die Aufregung ist verlogen und unehrlich“, sagte Reul dem RND. „Weder ist Kernenergie in Europa verboten, noch kann die EU-Kommission irgendeinem Mitgliedsstaat vorschreiben, woraus er seinen Strom beziehen soll“, sagte Reul, der Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ist. „Wer die Begrenzung des Klimawandels zur obersten Priorität erklärt und alles dafür tun will, kann nicht zugleich gegen Kernenergie sein – sie ist nun mal die klimaschonendste Form der Energiegewinnung“, betonte der CDU-Politiker und forderte „weniger Besserwisserei aus Deutschland“: „Deutschland hat die Energiewende im Alleingang entschieden – wir können nicht verlangen, dass alle anderen uns folgen.“