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Hendricks setzt Fahrzeughersteller unter Druck

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Autoindustrie aufgefordert, den Verbrauchern schneller als bisher geplant die neuesten Diesel-Modelle zur Verfügung zu stellen.

„Die neuesten High-Tech-Diesel-Modelle dürfen nicht erst 2019 oder 2021 in die Autohäuser kommen, das muss jetzt passieren“, sagte Hendricks dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwochausgabe). Gleichzeitig forderte sie die Autoindustrie auf, die bestehende Diesel-Flotte durch technische Nachrüstungen umweltverträglicher zu machen. „Die Verbraucher haben ein Anrecht darauf, dass ihr Auto auch technisch nachgerüstet wird, wo immer das in der Bestandsflotte möglich und sinnvoll ist“, sagte Hendricks. „Das hat nichts mit Investitionen in die Vergangenheit zu tun, sondern ist das Mindestmaß an Entschädigung und Wiedergutmachung.“ Nur so könne die Autoindustrie nachweisen, „dass sie sich ernsthaft und glaubwürdig daran macht, den materiellen und immateriellen Schaden zu reparieren, den sie angerichtet hat.“ Dazu gehöre, dass sie nicht bei Software-Updates stehen bleibe, sondern sich einer Debatte über technische Nachrüstungen stelle.

Hendricks sagte dies kurz vor dem Auftakt der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt, die sie selbst nicht besuchen will. „Ich muss nicht nach Frankfurt pilgern, um den Chefs der Autokonzerne meine Meinung zu sagen“, sagte die SPD-Politikerin dem RND. Sie zeigte sich überzeugt, dass der Straßenverkehr in einigen Jahrzehnten vollständig ohne fossile Energie auskommen müsse. „Autos mit Verbrennungsmotoren wird man Mitte des Jahrhunderts nur noch sehr vereinzelt im Straßenbild sehen. Das sind dann echte Oldtimer.“