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Hitzfeld: Ich hatte ein Burn-out. Ich war ausgebrannt

Im Interview mit dem Fußballportal „Sportbuzzer“ sprach Hitzfeld über die Anfänge seiner großen Karriere – und gab zu, früher schüchtern gewesen zu sein.

Die Fußball-Bundesligisten greifen auf immer jüngere und unerfahrenere Trainer zurück. Einer, der mit sieben deutschen Meisterschaften, drei DFB-Pokal-Erfolgen und zwei Champions-League-Siegen Geschichte geschrieben hat, ist Ottmar Hitzfeld.

„In der Schule hatte ich immer Angst, mich zu melden. In der pädagogischen Hochschule habe ich ungern Vorträge gehalten“, sagte Hitzfeld. Erst ein besonderes Telefonat sorgte für den Durchbruch. „Es war 1971, ich war 22, meine Eltern waren in den Ferien. Ich habe mich hingesetzt und einen kleinen Vortrag auswendig gelernt: wie viele Spiele ich bei meinem Heimatverein Lörrach gemacht habe, dass ich Torschützenkönig war, in der südbadischen Auswahl spielte. Und dann habe ich Helmut Benthaus, den Trainer vom FC Basel, angerufen. Ich habe ihn gefragt, ob ich zum Probetraining kommen darf“, sagte Hitzfeld. „Diese Sekunde, in der ich das Telefon in die Hand genommen habe, war der Durchbruch. Mein Drang, Profi zu werden, war größer als die Angst. Ohne dieses Telefonat hätte es auch den späteren Trainer Hitzfeld nicht gegeben.“  

Hitzfeld feierte später als Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München zahlreiche Erfolge, wurde siebenmal deutscher Meister. Die unvergesslichste Meisterschaft? „2001. Das war der Wahnsinn und für mich die emotionalste Meisterschaft. Diese Emotionen, diese Sekunde des Glücks, so etwas erlebt man selten im Leben.“  

Hitzfeld wurde zudem zweimal Champions-League-Sieger, erlebte aber auch schwere Zeiten. „Ich habe Raubbau am eigenen Körper betrieben“, sagte Hitzfeld dem „Sportbuzzer“. „2003 haben wir mit Bayern das Double geholt. Ich habe mich nicht mehr so riesig gefreut, kein Adrenalin mehr gespürt. Ich war ermüdet und hätte da schon aufhören müssen. Ich hatte aber nicht mal die Kraft, Uli Hoeneß zu sagen, dass ich aufhören möchte.“ Hitzfeld weiter: „Ich hatte ein Burn-out. Ich war ausgebrannt. Ich hatte keine Freude mehr.“ Professionelle Hilfe wollte sich der Erfolgscoach damals jedoch nicht holen. „Früher war das Thema Burn-out heikel. Ich konnte es nicht sagen, die Zeit war noch nicht reif. Mittlerweile hat sich das total geöffnet, es ist in der Gesellschaft akzeptiert, dass es jeden treffen kann.“  

Hitzfeld hat aus dieser Zeit Lehren fürs Leben gezogen. „Ich möchte meine Gesundheit nicht mehr aufs Spiel setzen“, sagte Hitzfeld. „Man lebt nur einmal. Die Geschichte, die ich geschrieben habe, möchte ich nicht mehr unnötig gefährden.“ 

Das ganze Interview lesen Sie mittags auf sportbuzzer.de