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Höwedes kritisiert: „Junge Spieler werden verhätschelt“

Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes spricht im Interview erstaunlich und erfrischend offen über den Beruf des Profifußballers.

„Demut würde manchen jungen Spielern ganz gut tun“, sagte der Fußball-Weltmeister dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das Problem ist meist, dass viele junge Spieler verhätschelt werden. Es wird ihnen erzählt: ,Du bist der Beste! Du bist der Beste!‘ Und das gleich von fünf Mannschaften, weil alle dieses eine Talent haben wollen. Wenige trauen sich, zu sagen: „Du machst nicht alles gut. Das hier sind deine Schwächen. Daran musst du arbeiten.“ Die Folge ist dieses Selbstbewusstsein, das bis zu uns hochgetragen wird.“

Höwedes kritisiert dabei auch die Verantwortlichen der Klubs: „Ein 17-Jähriger sollte keine zwei Millionen Euro im Jahr verdienen. Das sind Summen, die utopisch für dieses Alter sind. Damit zurechtzukommen ist nicht einfach. Wie soll man es verarbeiten?“ Laut Höwedes wird es Profifußballern aktuell schon schwer genug gemacht. „Man lebt als Profi ohnehin in einer Parallelwelt, weil man in diesen Gehaltsregionen liegt, in der Öffentlichkeit steht, weil jeder einen kennt. Man lebt kein normales Leben mehr“, sagte er im RND-Interview.

Höwedes sieht auch die Bundesliga-Profis selbst in der Pflicht: „Ich versuche, normal zu leben. Ich fahre auch mal mit der Bahn, gerade weil mich dort keiner erwartet. Wenn man aber mit dem Lamborghini über die ,Kö‘ fährt, dann denken die Leute natürlich gleich: ,Hm, wer könnte das wohl sein?‘ Wenn man einen Lamborghini fährt, darf man sich auch nicht beschweren, wenn man angesprochen wird.“ Er selbst sei in Düsseldorf meist mit dem Fahrrad oder der Bahn unterwegs, „wenn ich nicht gerade einkaufen muss“.