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Huub Stevens: „Ich weiß nicht, ob Jonker der richtige Mann für Wolfsburg ist“

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Huub Stevens steht dem neuen Trainer beim VfL Wolfsburg, Andries Jonker, skeptisch gegenüber.

„Er hat selbst nicht auf dem höchsten Level gespielt, aber gut, da gibt es mittlerweile viele Trainer. Ich weiß aus einem anderen Grund nicht, ob Jonker wirklich der richtige Mann für Wolfsburg ist. Mir ist klar, was du im Abstiegskampf brauchst – aber Jonker kennt solch eine Situation nicht“, sagte Stevens dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) über seinen niederländischen Landsmann.  

Zudem findet Stevens es „schade für Ismael. Schon wieder ein neuer Trainer – musste das sein? Das letzte Spiel der Wolfsburger gegen Bremen war hervorragend, sie haben etwas Pech gehabt. Und trotzdem bekommst du als Trainer keine Chance mehr.“ 

Die Lage beim Hamburger SV beobachtet der 63-Jährige, der die Hanseaten als Trainer 2007 vom letzten Tabellenplatz noch in den UI-Cup geführt hatte, noch heute. „Man investiert viel Geld in den Kader, also hat man Ziele. Aber du kannst keine Mannschaft zusammenkaufen, ein Kader muss wachsen. Außerdem muss man immer mit beiden Füßen auf dem Teppich bleiben.“  

Das 0:8 des HSV am vergangenen Wochenende bei Bayern München kritisiert Stevens: „Das darf nicht passieren. Man kann nicht acht Stück kriegen nur weil in der Abwehr Kyriakos Papadopoulos fehlt.“ Sein Rat: „Sie müssen dieses Negativ-Erlebnis ganz schnell vergessen und abhaken, am Mittwoch geht es im Pokal ja schon gegen Gladbach. Das ist eine andere Aufgabe, eine große Chance, das Halbfinale zu erreichen.“ 

Den ehemaligen Schalker Manager Rudi Assauer, der an Alzheimer leidet, besucht Stevens noch gelegentlich. „Rudi ist für mich ein Freund fürs Leben. Vor vier bis fünf Wochen habe ich ihn das letzte Mal besucht. Bei allen Treffen zuvor hatte ich immer den Eindruck, dass Rudi mich erkennt. Nun habe ich mich zum ersten Mal gefragt, ob das wirklich so war. Normalerweise habe ich das gespürt, in seinen Augen gesehen.“ Was mit Assauer passiert sei, tue ihm leid. „Durch diese schlimme Krankheit ist er nun ein ganz anderer Mensch. Das ist alles unglaublich schade.“ 

Vom letzten Besuch berichtet Stevens: „Wenn du dich mit ihm hinsetzt, dann sagt er nichts. Du musst das Gespräch führen und weißt nicht, was er noch mitbekommt. Aber ich denke, dass er sich freut, wenn man einfach da ist. Mit seiner Tochter Bettina singt er immer ,Oh du schöner blauer Vogel‘, das ist die Hymne der Taubenzüchter im Ruhrgebiet. Da kann er alle Strophen auswendig und blüht auf.“