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Kujat kritisiert Türkei als "unzuverlässigen Partner"

Der frühere Nato-General Harald Kujat hat die Türkei als „unzuverlässigen Partner“ bezeichnet, der sich aber aus geostrategischen Überlegungen im Bündnis offenbar alles erlauben dürfe.

Kujat, ehemals Vorsitzender des Nato-Militärausschusses und Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, sagte den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND): „Geostrategisch ist das leider richtig.“ Während des Kalten Kriegs habe man die Türkei als Stabilisator an der Nato-Südostflanke gebraucht, heute sei sie als Bollwerk gegenüber den arabischen Staaten und im Kampf gegen den IS von entscheidender Bedeutung.

Aber die Türkei habe „bereits mehrfach die Verbündeten vor den Kopf gestoßen, indem sie sich nicht an Absprachen gehalten hat“. Für die türkische Regierung gelte: Alles habe sich den eigenen nationalen Interessen unterzuordnen. „Die Türkei ist unterm Strich ein unzuverlässiger Partner.“

Kujat kritisierte den Umgang der Bündnisstaaten mit der Türkei, insbesondere auch das Verhalten der Bundesregierung. „Es ist falsch, mit Erdogan nach bilateralen Regelungen zu suchen. Die Bundeskanzlerin sollte doch schon vorher wissen, dass sie dieser türkische Präsident ganz einfach abblitzen lassen wird.“ Das sei immer  „ein unwürdiger Vorgang“.

Kujat verwies darauf, dass insbesondere die Bundesrepublik die türkische Armee über viele Jahre hinweg materiell gut ausgerüstet habe. „Bewirkt hat es nichts.“ Kujat forderte die Nato auf, sie müsse „als Bündnis gemeinsam und entschlossen Einfluss nehmen, damit wir endlich an der Südostflanke einen berechenbaren Verbündeten bekommen“.