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Laumann unterstützt IG-Metall-Vorstoß zur 28-Stunden-Woche

Der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) unterstützt die Forderung der IG Metall nach einer 28-Stunden-Woche für Beschäftigte, die Angehörige pflegen oder Kinder betreuen wollen.

„Die Flexibilisierung in der Arbeitswelt darf keine Einbahnstraße sein. Auch Arbeitnehmer müssen in die Lage kommen, ihre Arbeitszeit in bestimmten Phasen an aktuelle Gegebenheiten wie die Pflege von Angehörigen anzupassen. Insofern begrüße ich diesen Vorstoß der IG Metall“, sagte Laumann, der zugleich Bundesvorsitzender der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland RND (Donnerstagausgaben). Der CDU-Politiker betonte, dass der steigende Pflegebedarf die Gesellschaft dazu zwinge, zu solchen Lösungen zu kommen. „Die allermeisten Menschen möchten zuhause gepflegt werden. Deshalb bauen wir in der Pflege auch auf die Angehörigen“, sagte Laumann. „Aber in diesem Bereich lässt sich objektiv nicht alles mit professionellen Kräften lösen. Wenn der Pflegebedarf jährlich weiter um 2 bis 3 Prozent steigt und der jetzige Anteil pflegender Angehöriger stabil bleibt, benötigen wir jedes Jahr 20 000 neue Pflegekräfte in Deutschland. Die sind aber schlicht und einfach nicht da.“ Laumann regte gegenüber dem RND eine politische Debatte über die Rentenansprüche Pflegender an. „Ich glaube nicht, dass in Familien ein hundertprozentiger Kostenausgleich erwartet wird. Worum wir uns kümmern müssen ist, dass die verkürzte Arbeitszeit zur Pflege von Mutter oder Vater die Rentenansprüche nicht so weit nach unten drücken.“

Zum Hintergrund: In der anstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie will der Vorstand der IG Metall am (heutigen ) Donnerstag neben sechs Prozent mehr Lohn auch verkürzte Arbeitszeiten für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten beschließen. Alle Beschäftigten sollen auf eigenen Wunsch ihre Wochenarbeitszeit für einen befristeten Zeitraum von zwei Jahren auf bis zu 28 Stunden verringern können. Für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder oder Pflegende verlangt die Gewerkschaft „tarifdynamische Zuschüsse“ in unterschiedlicher Höhe zwischen 750 und 2400 Euro pro Jahr.