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Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung: „Oxfam-Bericht ist alarmierend“

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung äußerte sich besorgt über die Befunde im neuen globalen Ungleichheitsbericht der Hilfsorganisation Oxfam.

„Der Oxfam-Bericht ist alarmierend, denn eine weitere Verschärfung der Ungleichheit ist Auslöser für zahlreiche Konflikte“, sagte die SPD-Politikerin Bärbel Kofler den Tageszeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Ungleichheit erschwere die Bekämpfung von Armut, untergrabe die Demokratie und politische Stabilität und verstärke die Entfremdung weiter Teile der Gesellschaften.

„Millionen Menschen hungern, obwohl in der Welt genug produziert wird, um sie zu ernähren. Dieses Verteilungsproblem ist und bleibt ein Skandal“, betonte Kofler und forderte eine stärkere Fokussierung auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Auch Deutschland müsse sich hierbei seiner globalen Verantwortung stärker bewusst werden: „Es geht nicht nur darum, dass wir in Deutschland irgendetwas ein bisschen besser machen, sondern auch darum, dass die Wechselwirkungen besser berücksichtigt werden zwischen dem, was in Deutschland passieren muss, und dem, was international passieren muss“, sagte Kofler im Gespräch mit dem RND und forderte die Bundesregierung zu mehr Einsatz für fairen Handel, Steuergerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte auf.

Nach aktuellen Zahlen der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam nimmt die weltweite soziale Ungleichheit zu. So besäßen die acht reichsten Männer der Welt im Jahr 2016 zusammengenommen 426 Milliarden US-Dollar und damit mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung (3,6 Milliarden Menschen mit insgesamt 409 Milliarden US-Dollar). Im vergangenen Jahr seien es unter Zugrundelegung der aktuellen Berechnungsmethode noch neun Personen gewesen, die so viel besaßen wie die ärmere Hälfte der Menschheit.