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Özdemir: „Erdogan-Propaganda hat an deutschen Schulen nichts zu suchen“

Grünen-Chef Cem Özdemir verlangt die rasche Aufklärung von Vorwürfen über Klassenzimmer-Spitzeleien in türkischem Auftrag.

„Das sind schwerwiegende Vorwürfe“, sagte Özdemir dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Von den türkischen Konsulaten erwarte ich, dass sie klar Stellung beziehen.“ Türkische Konsulate in Nordrhein-Westfalen stehen im Verdacht, türkeistämmige Lehrer, Eltern und Schüler zum Spitzeln aufgefordert zu haben. Die Lehrergewerkschaft GEW in Nordrhein-Westfalen hat entsprechende Hinweise von Lehrern erhalten.

Dass Erdogan versuche, seine „Anti-Demokratie-Agenda“ auch in Deutschland zu verbreiten, sei nichts Neues, so Özdemir gegenüber dem RND. „Wir können nicht beeinflussen, ob jemand das gleichgeschaltete türkische Fernsehen schaut oder nicht“, sagte Özdemir weiter. „Aber Erdogan-Propaganda hat an deutschen Schulen nichts zu suchen“, betonte der Grünen-Politiker, der Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl ist. Die Epochen der deutschen Geschichte, in denen Kritik im Klassenzimmer unerwünscht war, seien zum Glück vorbei. „Die Unabhängigkeit von Bildung, Forschung und Lehre muss ebenso gewährleistet sein wie deren angstfreie Ausübung“, betonte Özdemir und forderte: „Das gesamte Spitzelnetzwerk von Erdogan in Deutschland muss zerschlagen werden."