English
Menü

Patientenbeauftragte fordert offene Fehlerkultur in Kliniken

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach, mahnt einen offeneren Umgang mit Behandlungsfehlern in Krankenhäusern an.

„Gerade im Krankenhaus ist es wichtig, Risikoquellen so weit wie möglich auszuschließen“, sagte Fischbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dazu sei es wichtig, „dass in allen Einrichtungen eine offene Fehlerkultur verankert wird“, sagte die CDU-Politikerin und betonte: „Nur, wenn wir mehr über Fehler und die sogenannten Beinahe-Fehler im Behandlungsalltag sprechen, können wir ihre Ursachen finden und sie zukünftig verhindern.“

Die am Montag bekannt gewordenen 84 Patientenmorde, für die der verurteilte Krankenpfleger Niels H. verantwortlich sein soll, seien nicht auf strukturelle Defizite in der Pflege zurückzuführen. „Wir reden hier nicht über Qualitätsmängel, sondern über ein Verbrechen. Das dürfen wir nicht gleichsetzen“, sagte Fischbach dem RND. „Von daher sehe ich keinen Grund, Angst zu haben, wenn man in ein Krankenhaus muss“, so Fischbach. „Nach allem, was man bisher weiß, sehe ich den Fall aber vielmehr als einen Weckruf dafür, frühzeitig hinzuschauen und Fehler und, wenn es solche gibt, auch Verdachtsmomente anzusprechen, zu prüfen und dann gezielt die notwendigen Schritte einzuleiten“, sagte Fischbach dem RND.

Unabhängig von der Mordserie sei aber richtig, so die Patientenbeauftragte, dass die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte in den letzten Jahren gestiegen sei. „Das liegt zum Teil auch daran, dass Krankenhäuser auf Kosten des Pflegepersonals gespart haben“, sagte Fischbach. Die CDU-Politikerin, die erst seit wenigen Wochen im Amt ist, forderte Personaluntergrenzen für Bereiche, in denen dies für die Patientensicherheit besonders wichtig sei, etwa in Intensivstationen.