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Private Krankenversicherungen warnen vor Bürgerversicherung

Kurz vor dem Start der Gespräche über eine mögliche Große Koalition warnt der Verband der Privaten Krankenversicherung vor einem Systemwechsel.

„Die SPD-Pläne für einen Radikalumbau zu einer Einheitskasse wären für unser Gesundheitssystem wie eine Operation am offenen Herzen bei einem gesunden Patienten. Das ist unverantwortlich“, sagte Uwe Laue, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwochausgaben). „Die schlimmen Folgen einer Einheitskasse für die medizinische Versorgung lassen sich mit Händen greifen. Ohne die Private Krankenversicherung hätte jede Arztpraxis im Schnitt pro Jahr über 50 000 Euro weniger Umsatz.“ Jeder sechste Arzt fürchte, seine Praxis ohne Privatversicherte nicht weiterführen zu können. „Ohne die PKV würden die Ärzte und Krankenhäuser, Apotheken, Hebammen, Physiotherapeuten und andere Dienstleister im Gesundheitssystem pro Jahr insgesamt 12,6 Milliarden Euro verlieren“, so Laue weiter.
Die SPD-Pläne für eine Bürgerversicherung würden zu einer drastischen Verteuerung der Beiträge insbesondere für Fachkräfte führen. „Es steht zwar nicht ausdrücklich im Wahlprogramm, aber führende SPD-Abgeordnete sagen ganz offen, dass sie in der ‚Bürgerversicherung‘ die Beitragsbemessungsgrenze von heute 52 200 Euro auf 76 200 Euro Jahresbrutto anheben wollen“, so der PKV-Chef. „Das ist eine Erhöhung um 46 % – mit dramatischen Folgen für die Lohnzusatzkosten qualifizierter Arbeitsplätze.“ Konkret müsste dann ein Diplom-Chemiker 1 198 Euro pro Jahr mehr zahlen, ein Bilanzbuchhalter rund 780 Euro mehr: „In der Spitze würde die Beitragslast um 3 744 Euro pro Jahr steigen.“