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Rafik Schami gegen Obergrenze für Flüchtlinge

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami (71, „Das Geheimnis des Kalligraphen“) lehnt eine Obergrenze für Flüchtlinge ab.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Diese Idee von CSU und AfD finde ich kalt, einfach kalt. Man sollte lieber eine Obergrenze für Waffenlieferungen machen, eine zweite für die Duldung der Diktaturen nur aus Gier nach Erdöl und andere Ressourcen.“ Auch ein Eiwanderungsgesetz sieht der Autor, der seit 1977 in Deutschland lebt, kritisch. Dem RND sagte er: „Das ist mit Gesetzen nicht zu regeln. Die Flüchtlinge werden trotzdem kommen. Ich halte es für sinnvoller, die Fluchtursachen zu bekämpfen und andere EU-Länder dazu zu verpflichten, ihren Beitrag bei der Flüchtlingshilfe zu leisten. Und auch andere Länder: Die Saudis schwimmen in Milliarden, aber sie nehmen keine Flüchtlinge auf und helfen ihnen auch nicht.“

Vor einem blauäugigen Umgang mit Flüchtlingen warnt Schami jedoch: „Man sollte das nicht romantisieren, sondern nüchtern betrachten. Das sind keine Engel, sonst wären sie nicht nach Deutschland gekommen, sondern in den Himmel gestiegen. Mit Islamisten oder Anhängern von Assad streite ich. Integration geht nicht einseitig.“ Schami hat den Verhaltungskodex „Zehn Punkte für Flüchtlinge“ veröffentlicht, der ihm sowohl Lob als auch Kritik einbrachte.