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Schulz: Ich gebe dem Glauben der SPD an sich selbst „eine passende Stimme“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz geht davon aus, dass es bei der Bundestagswahl am Ende auf zwei, drei Prozent ankommen wird, ob er oder Angela Merkel Kanzler wird.

In einem Interview mit den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) verwies Schulz jetzt auf demoskopische Befunde: „Über 20 Prozent der Wähler entscheiden sich erst in den letzten zehn Tagen, zwei bis drei Prozent erst unmittelbar am Wahltag. Möglicherwiese kommt es am Ende genau auf diese zwei, drei Prozent an.“ Angesichts der deutlichen Zuwächse bei den jüngsten Meinungsumfragen meinte Schulz, sein persönlicher Anteil daran sei „sehr gering“. Die Mitte der Gesellschaft habe schon lange das Gefühl, dass es in Deutschland zu wenig Respekt voreinander und zu viel Verrohung und Polarisierung in der Gesellschaft gebe. Für die „klassisch sozialdemokratischen Werte“ wie Respekt, Toleranz und Zusammenhalt stünden viele und die SPD zeige jetzt wieder, „dass sie an sich selbst glaubt“. Deshalb stehe sie nun so gut da. „Ich als Person gebe dem möglicherweise eine passende Stimme“, sagte Schulz.

Überall, wo er hinkomme, spüre er einen Aufbruch. Allerdings gebe es „im Westen wie im Osten seit langem viele Menschen, die sich von der Politik nicht respektiert, nicht ernst genommen fühlen“. Er bewundere bis heute, mit wie viel Mut und Energie die Ostdeutschen die Diktatur überwunden hätten und mit welcher enormen Lebensleistung die Menschen die Umbrüche bewältigt hätten. „Darauf kann man richtig stolz sein“, sagte Schulz. Gleichzeitig bedauerte er, dass Ostdeutschland „jahrelang Experimentierfeld für niedrige Löhne“ gewesen sei. Umso besser sei es, dass die überwältigende Mehrheit im Osten heute nicht AfD wähle und demokratisch und weltoffen sei. „Über diese Mehrheit sollten wir mehr reden.“

Hoffen darf auch Sigmar Gabriel. Auf die Frage, ob der bisherige SPD-Chef und neue Außenminister Gabriel auch zum Regierungsteam Schulz nach der Bundestagswahl gehören werde, sagte der Kanzlerkandidat: „Ja, natürlich.“