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Schulz fürchtet Ansehensverlust Deutschlands in Europa

Der SPD-Chef und ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz fürchtet einen Ansehensverlust Deutschlands in Europa wegen der langwierigen Verhandlungen von Union, FDP und Grünen zur Regierungsbildung.

"In Europa besteht große Sorge, ob den Verhandlungsparteien der Ernst der Lage auf dem Kontinent bewusst ist", sagte Schulz im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). Unter früheren Bundeskanzlern wie Helmut Schmidt oder Helmut Kohl sei Deutschland der Motor der europäischen Einigung gewesen. "Wir müssen aufpassen, dass die kommende Regierung nicht zum Kolbenfresser der EU wird", sagte Schulz dem RND. 

Insbesondere die FDP kritisierte der ehemalige EU-Parlamentspräsident wegen ihrer teils europaskeptischen Politik der vergangenen Jahre. "Die FDP hat als Klientelpartei nicht den Blick für das große Ganze. Das hat sie schon bewiesen als es um die Rettung des Euro ging und sie dagegen stimmte", sagte Schulz. "Die Schwampel wird Europa nicht voranbringen, deshalb versündigt sie sich an der Zukunft unseres Landes."

Schulz forderte, die Verhandlungen zu einem baldigen Abschluss zu bringen, da die Parteien "für royale Balkon-Fotos" nicht gewählt worden seien. "Die Vorzüge der europäischen Einigung, der wirtschaftliche Erfolg, der Frieden, der auf unserem Kontinent herrscht, dürfen nicht zu Selbstverständlichkeiten verkommen", mahnte Schulz gegenüber dem RND. "Nur so können wir den Kampf gegen die Feinde Europas, gegen die Populisten gewinnen."