English
Menü

Schulz warnt vor Verlust Hunderttausender Arbeitsplätze

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat schwere Vorwürfe gegen die deutsche Automobilindustrie erhoben. Die habe die Marke „Made in Germany“ schwer beschädigt. Es drohe der Verlust Hunderttausender Arbeitsplätze.

„Die Automobilindustrie hat ihrer eigenen Glaubwürdigkeit, aber auch der Glaubwürdigkeit der gesamten deutschen Industrie einen schweren Schaden zugefügt“, sagte Schulz am Montag bei einer Leserveranstaltung des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in Berlin. Den Managern der Autokonzerne warf Schulz „Arroganz“ vor. „Was die dem Label Made in Germany für einen Schaden zufügen, das lässt sich heute noch gar nicht ermessen“, so Schulz weiter. „Da leiden auch Exporteure und Produzenten darunter, die mit der Automobilindustrie gar nichts zu tun haben, weil der Imageschaden mit Deutschland verbunden wird.“

Es sei falsch, ein klares Datum für das Ende des Dieselantriebs zu verordnen, sagte Schulz. „Wir brauchen einen Parallelprozess, in dem der Diesel noch eine gewisse Zeit lang eine Rolle spielt“, so der SPD-Chef weiter. Er warnte: „Wenn wir es nicht schaffen, den kernindustriellen Bereich unserer Industrie, das ist die Automobilindustrie, so fit zu machen, dass wir in der Elektromobilitätsgesellschaft des 21. Jahrhundert immer noch der größte Autoproduzent sind, dann gehen in Deutschland Hunderttausende Arbeitsplätze baden.“

Der SPD-Kanzlerkandidat antwortete am Montag auf Fragen von Lesern des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zu dem unter anderem die Leipziger Volkszeitung, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Ostsee-Zeitung und Märkische Allgemeine gehören. Bei der RND-Veranstaltungsreihe „Bundesleserkonferenz“ können Zeitungsleser den Spitzenkandidaten der aussichtsreichen Parteien für die Bundestagswahl im Haus der Bundespressekonferenz Fragen stellen. Zugesagt haben alle Spitzenkandidaten mit Ausnahme der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel.