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Schuster: „Severin Freund hat einen Glasköper und braucht viel Pflege“

Skisprung Bundestrainer Werner Schuster spricht im Interview über Hoffnungsträger Severin Freund, die Siege bei der Vierschanzentournee und die Grenzen der Weite.

Am Freitag startet der Skisprung-Weltcup im finnischen Kuusamo in die neue Saison. 36 Springen folgen in den nächsten vier Monaten. Wird die Belastung zu groß? Nein, sagt Bundestrainer Werner Schuster im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich glaube, dass wir das gut wegstecken werden. Wir sollten froh sein, dass wir ein gutes halbes Jahr im Fokus stehen – und nicht wie andere Athleten nur alle vier Jahre bei Olympischen Spielen. Wir haben mit dem Skispringen eine Nische gefunden, die uns viele Zuschauer einbringt.“  

Als Ziel in diesem Winter gibt Schuster an: „Wir wollen uns in den Top 3 der Welt halten.“ Dabei setzt er vor allem auf Severin Freund. Der Mannschafts-Olympiasieger fiel zuletzt fünf Monate nach einer Hüft-Operation aus. „Er hat einen Glaskörper und braucht viel Pflege. Wenn es aber jemand schafft, dann er“, sagt Schuster. „Ich hoffe, dass Freund sein Märchen trotz der fünfmonatigen Verletzungszeit fortsetzen kann. Das wird aber knifflig in dieser Saison, er hat viel Zeit verloren.“  

Die Vierschanzentournee 2015/2016 beendete Freund auf Platz zwei. Das Ziel in diesem Jahr ist klar definiert: „Wir wollen die Tournee gerne gewinnen, müssen aber demütig bleiben“, sagt der Bundestrainer dem RND. „Wir haben lange gebraucht, um die mentale Hürde zu überwinden, in den vier Springen immer vorne dabei zu sein. In der vergangenen Saison sind wir nur an einem überragenden Prevc gescheitert. Das kann immer wieder passieren.“  
Technisch sieht Schuster die Grenzen der Weite - der aktuelle Weltrekord im Skifliegen liegt bei 251,5 Metern - erreicht. „Wir befinden uns absolut am Limit. Bei einer entsprechenden Entwicklung der Infrastruktur wären heute sicherlich auch Weiten um die 300 Meter drin. Dann gäbe es aber keinen Wettbewerb mehr, weil so weit nur noch drei, vier Springer kommen. Mensch und Material sind aktuell am Limit, und das ist auch gut so.“