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Stephan Weil will Reformationstag als neuen Feiertag für Niedersachsen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will den Reformationstag (31. Oktober) als festen Feiertag in seinem Bundesland einrichten.

Voraussetzung sei, dass er bei der vorgezogenen Landtagswahl am 15. Oktober als Ministerpräsident wiedergewählt wird. "Ich kann mir gut vorstellen, den Reformationstag auch in Niedersachsen dauerhaft zum Feiertag zu machen“, sagte Weil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Er sollte als Tag des Brückenschlags zwischen den Religionen und als Tag der interreligiösen Zusammenarbeit gefeiert werden.“

Niedersachsen gehört zu den vier Bundesländern, die nur neun Feiertage haben, Bayern hat 13. "Ein zusätzlicher Feiertag für Niedersachsen ist gut vertretbar. Der Unterschied in der Anzahl der Feiertage vor allem zu den süddeutschen Bundesländern ist sehr deutlich“, sagte Weil. Auch gegenüber der Wirtschaft sei die Entscheidung vertretbar, da auch das wirtschaftlich starke Bayern relativ viele Feiertage im Kalender habe. Der neue niedersächsische Landtag solle den Feiertag möglichst einstimmig beschließen. "Wir sollten über die Parteigrenzen hinweg nach der Landtagswahl hierzu einen Konsens suchen", sagte Weil.

Weil begründete gegenüber dem RND seine Initiative für den Reformationstag: "Jeder weltliche Feiertag hätte etwas Zufälliges", meinte Weil. Er lobte das Engagement der evangelische Kirche im Reformationsjahr. Diese habe die Aussöhnung zwischen den Religionen  eindrucksvoll gelebt. "Es gab den großen Versöhnungsgottesdienst der christlichen Konfessionen in Hildesheim, es gab den Brückenschlag zu den muslimischen und jüdischen Gemeinden. Auch die problematischen Seiten Martin Luthers, etwa seine antisemitischen Aussagen, wurden bewusst beleuchtet."

In diesem Jahr ist der Reformationstag wegen des 500. Jubiläums der Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen ausnahmsweise bundesweit arbeitsfrei.