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Transatlantik-Koordinator Hardt mahnt Tillerson zur Loyalität

Jürgen Hardt, Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, zeigt sich erstaunt über die Ernennung des Chefs des Energiekonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, zum künftigen Außenminister der USA.

„Mit dieser Wahl hat der designierte Präsident Donald Trump einmal mehr die Öffentlichkeit überrascht“, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Auf diese Personalie haben wir lange und natürlich mit besonderer Spannung gewartet. Ganz offenkundig hat sich Donald Trump besonders intensiv mit dieser  Personalie beschäftigt“, sagte Hardt dem RND und fügte hinzu: „Ich bin mir sicher, dass wir auch mit dem designierten Außenminister Tillerson gut und eng zusammenarbeiten werden, sofern er vom US-Senat bestätigt wird.“

Der außenpolitische Sprecher der Union im Bundestag hob die „internationalen Erfahrungen“ und die „herausragenden Managementqualitäten“ Tillersons hervor, verwies jedoch auch darauf, dass in der Diplomatie auch andere Qualitäten gefragt seien. „Gerade die jüngste Zeit hat gezeigt, wie komplex und kompliziert internationale Politik und Verhandlungsverfahren geworden sind. Einfaches ,Dealmaking‘ ist häufig kein nachhaltig erfolgversprechendes Rezept“, sagte Hardt. 

Tillerson hat bisher keine Erfahrung in politischen Ämtern gesammelt. Der langjährige Exxon-Chef hebt seine guten Beziehungen zu Russland hervor, im Jahr 2013 habe Wladimir Putin ihm den russischen „Orden der Freundschaft“ verliehen.  „Persönliche Beziehungen zum russischen Präsidenten sind nicht per se schlecht, aber auch kein Qualitätskriterium“, sagte Hardt und mahnte den designierte Außenminister Tillerson, im Umgang mit Russland weiterhin an der Seite der westlichen Partner zu stehen. „Nicht nur die amerikanische Öffentlichkeit, sondern selbstverständlich auch wir erwarten, dass vergangene Loyalitäten für seinen bisherigen Arbeitgeber in seiner neuen Tätigkeit keine Rolle spielen werden“, betonte Hardt.