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VdK fordert Rentenverbesserungen durch Bundestagsinitiative

Der Sozialverband VdK fordert rasche Renten-Verbesserungen, bevor die neue Regierung im Amt ist.

„Der Anstoß für Verbesserungen bei den Renten könnte auch aus der Mitte des Bundestags kommen“, sagte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Mittwochausgaben). „Ich sehe dafür übrigens auch Mehrheiten.“ Die für das kommende Jahr absehbare Rentenerhöhung sei zwar „eine gute Nachricht für die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland“. Sie löse aber nicht die vorhandenen strukturellen Probleme. „Wer vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente gehen muss, kann das bislang nur mit einem Abschlag von bis zu 10,8 Prozent“, so Mascher. „Bei ihnen wird so getan, als würden sie sich entscheiden, freiwillig vorzeitig in Rente zu gehen. Wir fordern die Abschaffung der Abschläge bei Erwerbsminderungsrentnern.“

Die VdK-Chefin verlangte darüber hinaus einen Freibetrag von 200 Euro für Rentner in der Grundsicherung. „Viele – insbesondere Frauen in Westdeutschland – müssen mit Kleinstrenten leben“, sagte Mascher. „Wenn sie zusätzlich Grundsicherung beziehen, haben sie weder von der Mütterrente etwas noch von den jährlichen Rentenanpassungen.“ Sie bekämen keinen Cent mehr: Damit Verbesserungen bei der Rente auch bei diesen Frauen ankommen, müsse es einen Freibetrag geben. „Auch wenn wir noch keine neue Regierung haben: Ich würde mich freuen, wenn diese Themen jetzt auf die Tagesordnung im Parlament kämen.“

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, fordert einen raschen Kurswechsel bei der Rente. „Die vermeintlich kräftige Erhöhung Mitte 2018 ist keine Wohltat der Politik, sie ist regelgebunden“, sagte Bsirske dem RND. Die angekündigten drei Prozent Plus würden nicht dazu führen, dass die Altersarmut verschwinde. „Drei Prozent von wenig ist wenig“, so der Gewerkschaftschef. „Mehr als  50 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kommt in Deutschland nach jahrzehntelanger Arbeit bei den immer noch zu erwartenden 43 Prozent Rentenniveau im Jahr 2030 auf nur 809 Euro Rente im Monat.“ Drei Prozent mehr seien vor Steuern gerade einmal 28 Euro mehr. „Altersarmut bleibt ein Problem und ein wichtiges Feld, dass die Politik lösen muss“, sagte Bsirske. „Die Talfahrt der Rente muss beendet werden und das Rentenniveau wieder erhöht werden. Der Handlungsbedarf ist evident.“