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Wehrbeauftragter Bartels: „Incirlik als Standort ist nicht alternativlos“

In der Debatte um einen möglichen Abzug der Bundeswehr aus dem türkischen Incirlik weist der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), auf mögliche andere Standorte hin.

„Incirlik als Standort ist nicht alternativlos“, sagte Bartels dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Der Anti-IS-Kampf könnte auch von dem Stützpunkt im jordanischen Amman oder dem kretischen Akrotiri aus erfolgen“, so Bartels. „Vor allem die räumliche Nähe zu Syrien und die Nutzung eines Nato-Flugplatzes spricht für eine Stationierung in Incirlik“, so Bartels weiter. „Unsere Soldaten müssen dort aber auch willkommen sein und sich willkommen fühlen.“

Angesichts der Spannungen im türkisch-europäischen Verhältnis hatte CSU-Verteidigungspolitiker Florian Hahn die Bundesregierung aufgefordert, die in der Türkei stationierten Soldaten abzuziehen. Derzeit sind etwa 250 Bundeswehrangehörige als Teil der internationalen Anti-IS-Koalition auf dem Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik stationiert.

Die Grünen warfen der CSU in diesem Zusammenhang „Doppelzüngigkeit“ vor. „Es gibt genug Gründe, weshalb man den Einsatz in Incirlik schon längst hätte beenden sollen“, sagte der grüne Verteidigungspolitiker Tobias Lindner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Was jedoch gar nicht geht, ist rein populistisch das mit Erdogans Wahlkampf zu verknüpfen, obwohl man letzten Winter erst für die Mandatsverlängerung gestimmt hat, so wie es die CSU gerade tut“, fügte Lindner hinzu. „Das ist doppelzüngig."