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Zugunglück könnte auf Fehler der Fahrdienstleitung zurückgehen

Das Zugunglück in Meerbusch-Osterath mit neun Schwerverletzten geht vermutlich auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurück.

Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Ermittlerkreisen erfuhr, wurde dem Lokführer der Regionalbahn über Zugfunk mündlich die Erlaubnis zur Weiterfahrt erteilt, obwohl sein Streckensignal auf Halt stand. Kurz darauf prallte der Regionalexpress des privaten Zugbetreibers National Express Rail auf den Güterzug, der nach RND-Informationen aber bereits losgefahren war – hätte er noch gestanden, wäre der Aufprall trotz der Notbremsung des Lokführers im Regionalzug deutlich heftiger ausgefallen.

Die Ermittler befassen sich jetzt vor allem mit der Frage, warum der Fahrdienstleiter die vom Güterzug besetzte Strecke freigab. Dabei dürfte besonders der Verdacht interessieren, dass die vergebenen Zugnummern fehlerhaft eingetragen waren. Und es deswegen übersehen werden konnte, dass zwei Züge sich im selben Blockabschnitt befinden.

Ob der Lokführer des Regionalexpress von sich aus die Schnellbremse gezogen hat oder ob er vom Fahrdienstleiter im letzten Moment einen entsprechenden Hinweis bekommen hat, wird jetzt ermittelt. „Wir tragen derzeit Beweismittel zusammen“, bestätigte Gerd Münnich von der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen (BEU)  in Bonn gegenüber dem RND.