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BDI-Präsident Kempf für Europäischen Währungsfonds

BDI-Präsident Dieter Kempf spricht sich für die Schaffung eines Europäischen Währungsfonds aus. „Es lohnt sich, Macrons Vorschläge im Detail anzuschauen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Samstagausgaben).

„Die Eurozone benötigt einen schlagkräftigen und rasch handlungsfähigen Europäischen Währungsfonds für ein wirksames Krisenmanagement.“ Kempf fordert mehr Entschlossenheit in der Reformdebatte. „Es ist wichtig, dass die neue Bundesregierung das Thema EU schneller und mutiger angeht. Das Zeitfenster schließt sich“, so der BDI-Präsident. „Natürlich kann man über einen europäischen Finanzminister nachdenken – aber nicht um den Preis neuer Steuern. Bevor wir Risiken mit anderen teilen, müssen Risiken erstmal minimiert werden.“

In der Brexit-Debatte verlangt Kempf mehr Realismus. „Die Briten haben entschieden – und auch die Regierung in London hat sich festgelegt. Das müssen wir akzeptieren“, sagte er. „Es geht jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. Wir bereiten unsere Unternehmen auch auf ‚Worst-case‘-Szenarien vor.“ Denn schon jetzt würden sich Friktionen zeigen. „UK ist abgerutscht auf Platz 5 unserer Handelspartner“, so der BDI-Präsident. „Mit der Festlegung des Übergangszeitraums ist immerhin ein erster Schritt getan worden. Jetzt muss entschlossen an einem möglichst umfassenden Zoll- und Handelsabkommen gearbeitet werden.“

Die Passage im Wortlaut

RND: Thema Europa – wird die Dimension möglicher Brexit-Folgen immer noch unterschätzt?

Kempf: Die Briten haben entschieden – und auch die Regierung in London hat sich festgelegt. Das müssen wir akzeptieren. Es geht jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. Wir bereiten unsere Unternehmen auch auf „Worst-case“-Szenarien vor. Denn schon jetzt zeigen sich Friktionen: UK ist abgerutscht auf Platz 5 unserer Handelspartner. Mit der Festlegung des Übergangszeitraums ist immerhin ein erster Schritt getan worden. Jetzt muss entschlossen an einem möglichst umfassenden Zoll- und Handelsabkommen gearbeitet werden.

RND: Trauen Sie Angela Merkel und Emmanuel Macron zu, Mehrheiten für eine grundlegende Reform der Europäischen Union zu organisieren?

Kempf: Es ist wichtig, dass die neue Bundesregierung das Thema EU schneller und mutiger angeht. Das Zeitfenster schließt sich. Es lohnt sich, Macrons Vorschläge im Detail anzuschauen. Die Eurozone benötigt einen schlagkräftigen und rasch handlungsfähigen Europäischen Währungsfonds für ein wirksames Krisenmanagement. Natürlich kann man über einen europäischen Finanzminister nachdenken – aber nicht um den Preis neuer Steuern. Bevor wir Risiken mit anderen teilen, müssen Risiken erstmal minimiert werden.