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Pflege-Thema entscheidet über Erfolg - „Wir wollen große Schritte vorankommen”

Der künftige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich an weitreichenden Verbesserungen in der Pflege messen lassen. „Pflege ist das große Thema, das jeden in Deutschland bewegt”, sagte Spahn dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Dienstagausgaben).

„Jeden kann es betreffen. Entweder persönlich oder wenn der Partner, Angehörige oder Freunde pflegebedürftig werden.” Diese Fragen seien das Mega-Thema einer älter werdenden Gesellschaft: „Natürlich wollen wir hier in den nächsten Jahren große Schritte vorankommen. Daran müssen wir uns messen lassen.”

Spahn kündigte entschlossene Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Pflege an. „Ich will dafür sorgen, den Beruf attraktiver zu machen”, so der CDU-Politiker. „Wir werden die Ausbildungskapazitäten erhöhen, die Bezahlung und die Tarifbindung in der Pflege verbessern.”

Der designierte Gesundheitsminister will sich rasch auch mit dem Hildesheimer Pflege-Azubi Alexander Jorde treffen. Der junge Mann hatte Kanzlerin Angela Merkel in einer TV-Sendung im Bundestagswahlkampf die Schuld für Missstände in der Pflege gegeben.

 

Die Interview-Passage im Wortlaut:

RND: Pflege dürfte zum großen Thema dieser Legislaturperiode werden. 8000 Stellen sollen neu geschaffen werden. Ist das angesichts der Lage in den Heimen überhaupt genug?

Spahn: Viel wichtiger als die Stellen ist es erst einmal, 8000 Menschen für den Pflegeberuf auszubilden. Wir haben derzeit einfach nicht genügend Pflege-Fachkräfte. Ich will dafür sorgen, den Beruf attraktiver zu machen. Wir werden die Ausbildungskapazitäten erhöhen, die Bezahlung und die Tarifbindung in der Pflege verbessern.

 

RND: Hängt von diesem Thema Ihr Erfolg als Gesundheitsminister ab?

Spahn: Pflege ist das große Thema, das jeden in Deutschland bewegt. Jeden kann es betreffen. Entweder persönlich oder wenn der Partner, Angehörige oder Freunde pflegebedürftig werden. Diese Fragen sind das Mega-Thema einer älter werdenden Gesellschaft. Natürlich wollen wir hier in den nächsten Jahren große Schritte vorankommen. Daran müssen wir uns messen lassen. Wir haben ja im Wahlkampf gespürt, wie stark diese Fragen im Fokus stehen...

 

RND: ... damals war es der junge Pflege-Azubi Alexander Jorde, der die Kanzlerin vor Millionenpublikum in einer Wahlarena mit den Missständen in der Pflege konfrontierte. Wollen Sie mit ihm sprechen?

Spahn: Ich habe bereits Kontakt zu ihm aufgenommen und wir wollen uns bald treffen. Mich interessieren seine Vorschläge, wie die Pflege in Deutschland besser werden kann. Herr Jorde kennt die Herausforderungen des Pflegeberufs aus eigener Erfahrung. Auf solche Erfahrung baue ich.

 

RND: Werden Sie als Gesundheitsminister höhere Beiträge für die Pflege durchsetzen oder ist genug Geld im System?

Spahn: Wir haben in den vergangenen Jahren bereits enorm viel Geld für eine bessere Pflege mobilisiert. Das hat bereits zu spürbar höheren Beiträgen geführt. Aber die Wahrheit lautet: Zusätzliche Pflegekräfte werden ohne zusätzliches Geld nicht machbar sein. Meine Aufgabe ist jetzt erst einmal zu klären, wie groß der Bedarf ist und wir das System effizienter und unbürokratischer machen können.