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Heil fordert von Wirtschaft mehr Beschäftigungschancen für Ältere

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) fordert von der Wirtschaft mehr Beschäftigungschancen für Ältere. „Man kann nicht einerseits über Fachkräftemangel jammern und andererseits versuchen, ältere Beschäftigte loszuwerden“, sagte Heil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Donnerstagausgaben).

„Die Betriebe müssen ihrer Verantwortung zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit bis in höhere Alter stärker gerecht werden und mehr in Weiterbildung investieren.“ Heil sagte, er wünsche sich mehr Engagement der Wirtschaft in diesem Bereich. „Es gibt Unternehmen, die da gute Ansätze haben“, so der SPD-Politiker. „Aber bei vielen ist noch Luft nach oben. Es liegt im Interesse der Unternehmen, Beschäftigte solange wie möglich zu halten.“

Der Arbeitsminister sagte, ein höheres gesetzliches Renteneintrittsalter werde es mit der SPD nicht geben. „Ich halte nichts von immer wieder geäußerten Überlegungen, es weiter nach oben zu schrauben“, so Heil. Menschen müssten die Chance haben, das gesetzliche Rentenalter im Job zu erreichen: „Arbeit darf nicht krank machen.“

Die Interview-Passage im Wortlaut:

RND: Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters schließen Sie weiter aus, oder?

Heil: Es bleibt bei meiner Position: Ein höheres gesetzliches Renteneintrittsalter wird es mit uns nicht geben. Ich halte nichts von immer wieder geäußerten Überlegungen, es weiter nach oben zu schrauben. Wir haben die Weichen für mehr Flexibilität beim Übergang gestellt: Mit Verbesserungen der Erwerbsminderungsrente und damit, dass nach 45 Beitragsjahren eine abschlagsfreie Rente möglich ist. Abgesehen davon bleibt eines wichtig: Menschen müssen die Chance haben, das gesetzliche Rentenalter im Job zu erreichen. Arbeit darf nicht krank machen.

RND: Tun die Unternehmen genug, um Beschäftigte länger in Arbeit zu halten?

Heil: Es gibt Unternehmen, die da gute Ansätze haben. Aber bei vielen ist noch Luft nach oben. Es liegt im Interesse der Unternehmen, Beschäftigte solange wie möglich zu halten. Ich wünsche mir mehr Engagement der Wirtschaft. Man kann nicht einerseits über Fachkräftemangel jammern und andererseits versuchen, ältere Beschäftigte loszuwerden. Die Betriebe müssen ihrer Verantwortung zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit bis in höhere Alter stärker gerecht werden und mehr in Weiterbildung investieren. Die Politik wird ihren Beitrag leisten: Wir werden die Bundesagentur für Arbeit weiterentwickeln zu einer Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung und ein Recht auf Weiterbildungsberatung für jeden Arbeitnehmer schaffen.