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Russland: Trittin warnt vor „naiven“ Hoffnungen

Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin warnt vor Hoffnungen auf einen Neustart in den russisch-europäischen Beziehungen nach der Bestätigung Wladimir Putins im Amt des Präsidenten. „Es wäre naiv zu erwarten, dass Putin seinen außenpolitischen Kurs ausgerechnet jetzt ändert“, sagte Trittin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Dienstagausgabe).

„Die Mehrheit Putins ist nicht trotz, sondern wegen seines aggressiven Auftretens auf der internationalen Bühne zustande gekommen. Er hat sich mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und in der Konfrontation gegenüber den USA und Europa zu Hause profiliert“, betonte Trittin. Aus Sicht des Systems Putin bestehe kein Anlass zur Kursänderung, so Trittin.

Der Grünen-Außenexperte warnt den Westen vor einer Konfrontation mit Russland unter Berufung auf den mutmaßlichen Giftanschlag von Salisbury. „Es wäre ein fataler Fehler, wenn sich die Europäer auf der Basis der Behauptungen von Außenminister Boris Johnson in eine Konfrontation mit Russland reintragen ließen“, sagte Trittin. „Brexit-Boris hat zur Wahrheit das gleiche taktische Verhältnis wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow“, betonte der Vorsitzende der deutsch-russischen Parlamentariergruppe. Der Fall komme der britischen Seite zupass. „Die Debatte um den Brexit tritt in den Hintergrund“, erläuterte Trittin. Der Fall müsse von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen aufgeklärt werden, forderte der Grünen-Politiker.