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Wagenknecht fürchtet atomare Aufrüstung

Nach dem von Präsident Donald Trump verkündeten Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran fürchtet Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht die Ausweitung militärischer Konflikte im Nahen Osten. „Für die Menschen in Syrien ist die Absage Trumps keine gute Nachricht“, sagte Wagenknecht dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch).

„Es ist zu befürchten, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten jetzt weiter zunehmen. Auch ein Ende des Syrienkrieges ist damit unwahrscheinlicher geworden.“ Wagenknecht warf Trump vor, unverantwortlich zu handeln. „Die Kündigung des Vertrags hat voraussichtlich zur Folge, dass der Iran die atomare Waffenentwicklung wieder aufnehmen wird. Das ist die verquere Logik in einer Welt, in der das Völkerrecht missachtet wird und sich große Militärmächte wie die USA immer wieder herausnehmen, Staaten, deren Regime ihnen nicht passen oder die über wertvolle Rohstoffe verfügen, militärisch anzugreifen. Für mehr Stabilität und Sicherheit brauchen wir Abrüstung statt Aufrüstung. Vor allem atomare Aufrüstung muss verhindert werden.“

Die Linke-Politikerin sieht das Engagement des Iran im Nahen Osten kritisch und wirbt für Friedensgespräche. „Der Iran ist eine Regionalmacht, die wie andere auch, zum Beispiel Saudi-Arabien, geostrategische Interessen verfolgt. Das sieht man auch an der Beteiligung dieser Länder am Krieg in Syrien“, so Wagenknecht gegenüber dem RND. „Gerade darum braucht der Nahe Osten jedoch eine Politik, die deeskaliert und um Ausgleich bemüht ist. Die Aufkündigung des Abkommens durch Trump ist das krasse Gegenteil.“