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Wagenknecht plädiert für Freihandel mit den USA

Nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran wirbt Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht im Handelsstreit mit den Amerikanern um ein Entgegenkommen Europas gegenüber US-Präsident Donald Trump. Der hätte „nicht ganz unrecht“, wenn er auf bessere Einfuhrbedingungen für US-Produkte poche, sagte Wagenknecht dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

 „An den EU-Außengrenzen werden teilweise hohe Zölle auch gegenüber US-amerikanischen Waren erhoben. Wenn Trump über deren Höhe verhandeln will, sollte Europa das tun. Es hat Sinn zwischen Partnern, die auf ähnlichem Niveau produzieren, Zölle abzubauen“, argumentiert die Linke-Politikerin.  „Ebenso wie es legitim ist, Schlüsselbranchen wie den Stahl durch Zölle gegen Dumpingkonkurrenz - etwa aus China - zu schützen. Nicht verhandelbar ist jedoch der Deal, den Trump im Handelsstreit favorisiert: Aufrüstung gegen Zollfreiheit.“

Interview-Auszug

RND: Frau Wagenknecht, US-Präsident Trump bringt Europa nicht nur durch das Aus für den Atomvertrag mit dem Iran unter Druck, es droht auch immer noch ein Handelskrieg. Wie sollte sich Europa verhalten?

Wagenknecht: Europa muss eine selbstbewusste und eigenständige Politik machen. Unsere Interessen müssen im Vordergrund stehen, wir dürfen uns nicht länger einem unberechenbaren US-Präsidenten ausliefern.

RND: Der pocht gegenüber Europa auf bessere Einfuhrbedingungen für US-Produkte. Hat er Recht?

Wagenknecht: Da hat er nicht ganz unrecht. An den EU-Außengrenzen werden teilweise hohe Zölle auch gegenüber US-amerikanischen Waren erhoben. Wenn Trump über deren Höhe verhandeln will, sollte Europa das tun. Es hat Sinn zwischen Partnern, die auf ähnlichem Niveau produzieren, Zölle abzubauen. Ebenso wie es legitim ist, Schlüsselbranchen wie den Stahl durch Zölle gegen Dumpingkonkurrenz – etwa aus China -  zu schützen. Nicht verhandelbar ist jedoch der Deal, den Trump im Handelsstreit favorisiert: Aufrüstung gegen Zollfreiheit.