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Weniger erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger in Deutschland als vor fünf Jahren

Trotz hoher Flüchtlingszahlen gibt es in Deutschland weniger erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger als noch vor fünf Jahren. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) vorliegen.

Demnach bezogen 2012 im Schnitt 4,4 Millionen erwerbsfähige Männer und Frauen Hartz-IV-Leistungen. Im vergangenen Jahr waren es 4,36 Millionen, 603.747 davon stammen aus den acht wichtigsten Asyl-Herkunftsländern, unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Somalia.

Stark gesunken ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Erwerbsfähigen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die Hartz-IV-Leistungen beziehen – von im Schnitt 3,46 Millionen 2012 auf 2,87 Millionen im zurückliegenden Jahr. Diese Entwicklung betrifft alle Bundesländer.

Im Osten einschließlich Berlin zeigt sich jedoch ein besonderer Trend: Obwohl die Zahl der Flüchtlinge, die erwerbsfähige sind und Leistungen der Grundsicherung erhalten, zunimmt, sinkt die Gesamtzahl der Hartz-IV-Empfänger. Vergleicht man den Durchschnitt der Jahre 2016 und 2017, ergibt ein Rückgang um 7254 (5,9%) in Mecklenburg-Vorpommern, um 14.056 (5,6%) in Sachsen sowie um 9311 (5,7%) in Brandenburg.

Für diese besondere Entwicklung im Osten gibt es drei Erklärungsansätze: Erstens, weniger junge Menschen als früher sind auf Hartz IV angewiesen. Zweitens, immer mehr Leistungsbezieher erreichen die Renten-Altersgrenze und tauchen daher in der Statistik nicht mehr auf. Hinzu kommt, dass in den ostdeutschen Bundesländern absolut gesehen deutlich weniger Flüchtlinge leben als im Westen.

Im Westen ist die Gesamtzahl der Hartz-IV-Empfänger in den letzten Jahren wieder gestiegen – insbesondere wegen der Flüchtlinge. Viele von ihnen absolvieren laut Bundesagentur für Arbeit aktuell noch Sprach- und Integrationskurse, zählen in der Statistik zwar als erwerbsfähig, können aber (noch) nicht vermittelt werden.